Papiervögel
Im verarmten iranischen Kurdistan, wo das Zagros-Gebirge die Grenze zum Irak bildet, kämpfen die Menschen ums Überleben. Über bis zu 3000 Meter hohe eisige Pässe bringen sie Zigaretten, Alkohol oder Kleidung. Von diesen «Kolbar» genannten Lastenträger:innen kommen jedes Jahr mehrere Dutzend zu Tode — als Opfer iranischer Grenzbeamter, durch Landminen, Lawinen oder die eisige Kälte. In „Papiervögel“ schließt sich Jalal, ein Ingenieur, den Männern seines Dorfes zu einer dieser Schmugglertouren an. Mit jedem Höhenmeter verengt sich der Pfad zu einem schmalen Faden zwischen Leben und Verlust. Gefährten verunfallen oder verschwinden, während im Dorf eine junge Frau auf Jalals Rückkehr wartet. Die Graphic Novel webt mit stiller Präzision eine Welt aus Liebe und Unterdrückung, aus Mut und sozialer Härte, und gibt jenen eine Stimme, über deren Leben sonst nicht berichtet wird.
Mana Neyestani (*1973 in Teheran) ist Comiczeichner, Illustrator und Designer und gehört den Azeri, der Aserbaidschanisch sprechenden Bevölkerungsgruppe im Iran, an. Er arbeitete für unterschiedliche Zeitungen, Zeitschriften und Websites und gilt als einer der wichtigsten politischen Karikaturisten des Iran. Neyestani lebt zurzeit in Paris.
In Kooperation mit dem Institut français Stuttgart im Rahmen der Stuttgarter Comictage 2026.
Eintritt: 14,-/12,-/7,- € online auf
www.literaturhaus-stuttgart.de, an allen reservix-Vorverkaufsstellen und in der Buchhandlung & Büchergilde im Literaturhaus.
https://www.instagram.com/neyestanimana/Lesung und Diskussion
Donnerstag, den 13. März um 19 Uhr im Literaturhaus
Moderation: Florian Höllerer
Sprache: Deutsch / Persisch
Übersetzung: Nuschin Mameghanian-Prenzlow